Studienreise nach Israel

Vom 11. bis 21. Februar 2010 veranstalteten die Österreichischen Freunde von Yad Vashem eine Israelreise mit außergewöhnlichen Schwerpunkten. Auf dem Programm stand natürlich ein Besuch in Yad Vashem, wo ein geplantes Zusammentreffen mit Österreichs Außenminister Dr. Michael Spindelegger stattfand. In der Knesset wurde die Reisegruppe von Botschafter Dan Ashbel, dem außenpolitischen Berater des Knessetpräsidenten, empfangen. Die Teilnehmer lernten in den zehn Tagen der Studienreise zahlreiche bedeutende Plätze und Einrichtungen des wiedererstandenen Staates Israel kennen. Zudem kam es zu berührenden Begegnungen mit ehemaligen Österreichern, die den Holocaust überlebt hatten.

Auf dem Besichtigungsprogramm stand zu allererst Jerusalem, wo wir die Altstadt mit der Klagemauer, dem jüdischen und christlichen Viertel und dem Schuk besuchten. Wir statteten aber auch dem Ölberg und dem Garten Gethsemane einen Besuch ab.
Natürlich gab es darüber hinaus Besichtigungen von modernen Einrichtungen der Stadt, wie z.B. die Chagall-Fenster im Hadassah-Krankenhaus, das neue, sehr sehenswerte Herzl-Museum, den Sicherheitszaun in Har Choma, den jüdischen Markt Mahane Yehuda und mehr.

Ein Schwerpunkt war der Besuch Yad Vashems, wo die Gruppe gemeinsam mit Außenminister Dr. Michael Spindelegger an einer Führung durch das neue, überaus beeindruckende Museum teilnahm.
Auch der Gang durch das Kinder-Memorial bewegt immer wieder aufs Neue.
Wir nahmen an der Kranzniederlegung des Außenministers in der Gedenkhalle teil und besuchten den Baum des österreichischen „Gerechten“ Hermann Petsche aus Ried.

Es gab auch eine berührende Begegnung mit Holocaust-Überlebenden. Alfred und Alice Weissfeiler aus Gedera sind Überlebende der Todesmärsche von der ungarischen Grenze ins KZ-Außenlager Gunskirchen. Sie erzählten der Reisegruppe ausführlich ihre bewegende Geschichte.
Bei einem der Reiseteilnehmer, Alois Steinbock, weckten diese Schilderungen prägende Erinnerungen an die eigene Kindheit. Er selbst war unmittelbar neben dem Lager Gunskirchen aufgewachsen und hatte als Kind die Gräuel der Todesmärsche mit ansehen müssen. Das Ehepaar Weissfeiler und Herr Steinbock tauschten an diesem Abend sowohl Erinnerungen als auch Adressen aus.

Ein weiterer Höhepunkt im Besuchsprogramm von Jerusalem war die Einladung von Botschafter Dan Ashbel ins israelische Parlament. Der vormalige israelische Botschafter in Österreich ist heute außenpolitischer Berater des Knesset-Präsidenten. Er gab uns einen sehr interessanten Einblick in die gegenwärtige politische Situation Israels und die internationalen Zusammenhänge.

Auch die Einladung der Reisegruppe nach Kiryat Mattersdorf war ein besonderes Ereignis. Der orthodoxe Jerusalemer Stadtteil wurde in den 1950er Jahren von Überlebenden der sieben jüdischen Gemeinden im Burgenland gegründet. Der Oberrabbiner von Mattersdorf (heute Mattersburg) war seit jeher Präses der burgenländischen Gemeinden. Im Jahr 1938 erkannte er die Zeichen der Zeit und konnte 120 Familien zur Auswanderung bewegen. Über New York kam die Gemeinde schließlich in den frühen 1950er Jahren in das neu erstandene Israel und setzte in Jerusalem die jahrhundertealte Tradition des burgenländischen Judentums fort.

Der heutige Oberrabbiner von Mattersdorf, Akiva Ehrenfeld, erlebte die Flucht aus der alten Heimat noch als Jugendlicher mit. Persönlich führte er unsere Reisegruppe durch die Sozialeinrichtungen der Gemeinschaft und durch die Yeshiva.
Im Anschluss daran wurden wir zu einem köstlichen Buffet eingeladen, wo neue Kontakte zu Verantwortlichen und Bewohnern des Stadtteils entstanden.
In Kiryat Mattersdorf leben heute rund 5.000 Personen, die die Tradition des burgenländischen Judentums weiter leben.

Eine fröhliche Begegnung gab es in einem Kinder-Tagesbetreuungszentrum in Modi´in, dessen Errichtung von WIZO Österreich gesponsert wurde.
Der herzliche Empfang durch die verantwortlichen Leiterinnen und der liebevolle Umgang mit den Vorschulkindern beeindruckten alle Reiseteilnehmer.
Die österreichischen Besucher durften auch mit dabei sein, als die Kleinen mit Challa, Saft und Gebeten hingebungsvoll den Shabbat begrüßten.

Beim Ausflug durch die judäische Wüste ans Tote Meer wurden die Ausgrabungen der ehemaligen Essener-Siedlung Qumran sowie die Ruinen der Festung Masada besichtigt.
Selbstverständlich gab es auch Gelegenheit zum Baden im Toten Meer.

Es standen darüber hinaus Besuche einiger Kibbutzim auf dem Programm, von denen jeder eine ganz besondere Geschichte aufzuweisen hat.

Kibbutz Sde Boker in der Wüste Zin, ist die ehemalige Wohnstätte des 1. israelischen Premierministers David Ben Gurion.

Der Kibbutz Revivim liegt südlich von Beer Sheva und wurde bereits 1943 unter großen Entbehrungen von jüdischen Pionieren gegründet.

Im Kibbutz Yad Mordechai – an der Grenze zum Gaza-Streifen – wurde das Gefechtsfeld aus dem Unabhängigkeitskrieg originalgetreu nachgebaut.

Auf unserer 10-tägigen Rundreise kamen wir auch nach Tel Aviv, wo durch den Besuch des Unabhängigkeits-Palais die Ereignisse rund um die Staatengründung von 1948 wieder lebendig wurden.
Neben weiteren Besichtigungen gab es auch einen Abstecher in die alte Hafenstadt Jaffa mit ihren malerischen Gassen und dem herrlichen Ausblick auf 
Tel Aviv und seinem einladenden Sandstrand.

Einblick in die Römerzeit verschaffte uns der Besuch in Caeserea am Meer. Die umfangreichen Ausgrabungen bringen jedes Jahr neue Sehenswürdigkeiten hervor.
Entlang des Mittelmeeres brachte uns der Bus zum ehemaligen Lager Atlit, in dem nach dem Ende des II. Weltkriegs illegale jüdische Einwanderer von den Briten interniert wurden.

Im nahe gelegenen Haifa hatten wir von der Panoramastraße einen herrlichen Blick auf die Bahai-Gärten und über die Stadt hinaus aufs Meer.

Ein Beispiel für das moderne, innovative Israel findet man im Stef  Wertheimer-Industriepark in Tefen.

Die Reisegruppe war auch rund um den See Genezareth unterwegs, wo es zahlreiche christliche Stätten sowie ein 2000 Jahre altes Boot zu besichtigen gab.
Eines von vielen Highlights war die Schifffahrt über den tiefst gelegenen Süßwassersee der Erde.

Ein Ausflug in die galiläischen Berge brachte uns in das Städtchen Zfat mit seiner berühmten Blauen Synagoge.

Auf den Golan-Höhen gab es nicht nur offenbarende „Weitblicke“ nach Qunitra, zum UNO-Camp und ins israelische Jordantal, sondern auch den Besuch einer Weinkellerei.

Das abwechslungsreiche Programm und die außergewöhnlichen Begegnungen dieser Israel-Studienreise hinterließen bei den Teilnehmern bleibende Eindrücke.Im Reisebericht von Dr. Leopold H. Ammerer stehen noch detailliertere Informationen.

Mittlerweile haben schon wieder viele Mitglieder Interesse an einer weiteren Israelreise bekundet.

Bei Interesse kontaktieren Sie uns bitte per Mailform (sh.unten)

Ich bin an einer Israel-Reise interessiert

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