27.01.2011

Internationaler Holocaust-Gedenktag

Die Österreichischen Freunde von Yad Vashem organisierten auch heuer in Zusammenarbeit mit der Stadt Linz eine Gedenkstunde zum Internationalen Holocaust-Gedenktag.

Im Pressezentrum des Alten Rathauses fanden sich dazu mehr als hundertzwanzig Teilnehmer ein. Hauptsprecher des Abends war Oberösterreichs Landeshauptmannstellvertreter Josef Ackerl.

Vorsitzender Günther Schuster betonte in seinen einleitenden Worten die Wichtigkeit solcher Gedenkanlässe, bei denen unmissverständlich die Ablehnung menschenverachtender Regime zum Ausdruck kommen müsse.




Dieser Gedenktag solle die unfassbaren Folgen eines verbrecherischen Regimes, einer
rassistischen Ideologie und einer hetzerischen Politik vor Augen führen und zur Aufklärung und Bewusstseinsbildung beitragen, so Landtagsabgeordnete Mag.a Maria Buchmayr.




Bischof Dr. Maximilian Aichern gewährte den Zuhörern sehr persönliche Einblicke. 1938 war er als Kindergartenkind Zeuge brutaler Übergriffe von SA-Schergen auf Wiener Juden geworden. Man müsse die Memoria dieser Menschen, die oft bis zur Zerstörung ihres Lebens gelitten haben, hochhalten.





Gesandte Galit Ronen, israelische Botschaftsrätin in Wien, erzählte von ihrem Vater, der seine Familie im entstehenden Israel zurückgelassen hatte, um Holocaust Überlebende ins Land zu bringen. Das Erinnern sei wichtig, um zu verhindern, dass sich die Geschichte wiederhole.




Sehr beeindruckt waren alle Besucher von einer szenischen Lesung durch die Schülerinnen der HBLW Wels. Es ging darin um das Schicksal dreier Welser Jüdinnen, deren Spuren sich in einem Konzentrationslager nahe Minsk verlieren. Die bewegende Vorstellung von 20 in Schwarz gekleideten Mädchen entstand unter Leitung der engagierten Professorin Mag.a Ruth-Susanne Niedermaier und hatte bei Vielen eine nachhaltige Wirkung.

 

Der Hauptsprecher des Abends, Landeshauptmannstellvertreter Josef Ackerl, begann seine Rede ebenfalls mit einem Rückblick auf seine Kindheit, die er in einem nationalsozialistischdurchdrungenen Umfeld erlebt hatte. Man müsse sich eingestehen, dass Österreich ein Land mit kaum bewältigter Vergangenheit sei, so Ackerl.
Das beste Gedenken an die Opfer des Holocaust bringe man dadurch zum Ausdruck, dass man die wenigen noch lebenden Zeitzeugen nicht nur anhöre, sondern auch das festhalte, was sie zu sagen haben. Besondere Wertschätzung und Unterstützung sollte zudem jenen jungen Menschen und ihren Pädagogen zukommen, die sich der Gedenkarbeit widmen.
Ackerl dankte auch dem Freundeskreis für seine engagierte Arbeit. Es sei nicht
selbstverständlich, diese Dinge zu tun.

Moderation GSekr Ulrike Schuster
Schülerinnen der HBLW Wels
Auditorum