25.03.2019

Generalversammlung 2019

Am 25. März 2019 fand im Festsaal des Wiener Rathauses wieder die jährliche Generalversammlung der Österreichischen Freunde von Yad Vashem statt. Festredner war der bekannte Maler und vielseitige Künstler Prof. Arik Brauer. Als Überlebender der NS-Zeit teilte er mit den 700 Gästen seine Einschätzung über den Antisemitismus in Österreich. Namhafte VertreterInnen aus Österreichs Politik, Wirtschaft, Kunst und Medien sowie die BotschafterInnen von elf Ländern fanden sich im Festsaal des Rathauses ein. Darüber hinaus nahmen auch 300 SchülerInnen an der Generalversammlung teil.

 

Als Gastgeber begrüßte Wiens Bürgermeister Dr. Michael Ludwig die Festgäste. Er zitierte den kürzlich verstorbenen Prof. Rudi Gelbard: „Was mich am meisten empört, ist, dass es heute noch Menschen gibt, die den Nationalsozialismus verharmlosen!“ Der Wiener Bürgermeister sicherte dem Freundeskreis, Yad Vashem und der jüdischen Gemeinde in Wien seine Unterstützung zu.

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Der Vorsitzende des Freundeskreises, Günther Schuster, drückte seine Zuversicht für die Visionen des Vereines aus. Er sehe,  wie viele SchülerInnen, LehrerInnen, PolitikerInnen sich diesem Thema widmen. Geschichte betreffe jeden Menschen, denn ohne Geschichte könne niemand existieren.

 

 

 

Für sein großes Engagement ehrte der Vorstand den Hotelier Gustav Adler mit dem „Award of Excellence“.

 

Yad Vashems Europadirektor Arik RavOn wandte sich direkt an die SchülerInnen. Weltweit genieße mehr als die Hälfte der Jugendlichen nicht die Privilegien von Frieden, Reise- und Meinungsfreiheit. RavOn appellierte an die Teenager, sich nicht einschüchtern zu lassen und Farbe zu bekennen: „Wir verlassen uns auf Euch!“

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Israels Botschafterin Talya Lador-Fresher strich nicht nur die Rolle Yad Vashems als Gedenkstätte heraus, sondern auch die Aufgabe der lückenlosen Erforschung des Holocaust. Ein Brief ihrer Mutter aus der Verfolgungszeit wurde selbstverständlich an Yad Vashem übergeben, um dem Puzzle einen weiteren Teil hinzuzufügen.

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Bildungsminister Univ.Prof. Dr. Heinz Faßmann bezeichnete den direkten Kontakt mit ZeitzeugInnen als sehr wichtig für die Erinnerungsarbeit – dies werde aber nicht mehr lange möglich sein. Als Bildungsminister lege er größten Wert auf eine Erziehung zu Toleranz, Respekt und Demokratie.

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Innenstaatssekretärin Mag.a Karoline Edtstadler sprach in Vertretung von Bundeskanzler Sebastian Kurz. Sie bezeichnete es als festes politisches Ziel, alle SchülerInnen während ihrer Schullaufbahn in die Gedenkstätte des ehem. KZ Mauthausen zu bringen - mit gründlicher Vor- und Nachbereitung. Zeitzeugen zuzuhören sei eine historische Chance, der man sich bewusst sein sollte.

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Festredner Prof. Arik Brauer begann mit dem Statement, dass Österreich nicht antisemitisch sei - im Gegensatz zu dem religiösen und rassistischen Antisemitismus, den er in seiner Kindheit erleiden musste. Heute sei der Antisemitismus eher pathologisch: Wenn jemand etwas hasse, was gar nicht mehr vorhanden sei - schließlich gebe es in Österreich kaum noch Juden. Auch den Antijudaismus arabischer Zuwanderer nehme er nicht persönlich, denn er gründe sich auf ein Problem, das nicht gelöst worden sei. Was er jedoch sehr persönlich nehme, sei der neue Antizionismus in Europa. Fußend auf Nichtwissen nähre er sich durch das Gegenüberstellen von Statements, die aus dem Zusammenhang gerissen wurden. Zumindest die gebildeten Antizionisten müssten wissen, dass ihre Haltung nichts anderes bedeute als: Ich bin dagegen, dass der Staat Israel überhaupt existiert. Arik Brauer lobte hingegen die christlichen Kirchen, die nach der Shoa ihre Haltung zu den Juden gründlich geändert hätten.

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Die Generalversammlung 2019 wurde von Timna Brauer und Elias Meiri künstlerisch brillant und sehr einfühlsam umrahmt.

 

Erinnerungsmedaille für Dir.Arik RavOn